Das „Trockene Auge“ ist eine Benetzungsstörung der Augenoberfläche, die durch eine Verminderung der Tränenmenge oder durch eine veränderte Zusammensetzung des Tränenfilms hervorgerufen wird. Das Auge wird nicht mehr ideal befeuchtet.
Häufige subjektive Symptome bei Trockenem Auge
Augenrötung, Fremdkörpergefühl, Kratzen, Brennen, Schleimabsonderung, müde Augen, geschwollene Augenlider, Unverträglichkeit von Kontaktlinsen, Probleme bei der Arbeit am Bildschirm, Schmerzen bei Zugluft oder rauchiger Luft, sogar Augentränen und vieles mehr können Ausdruck eines gestörten Tränenfilms sein.
Wozu dient die Tränenflüssigkeit bzw. der Tränenfilm?
Der Tränenfilm ist kompliziert aufgebaut und dient zur Benetzung der Lidinnenseite, der Binde- und Hornhaut. Eine trockene Augenoberfläche wird rauh, schmerzhaft und führt zu Sehstörungen. Der Tränenfilm schützt vor Infektionen. Von wesentlicher Bedeutung ist die Benetzung und Versorgung der Hornhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen über die Tränenflüssigkeit.
Leiden Sie an Symptomen des „Trockenen Auges“ (Sicca-Syndrom)?
Es gibt viele Ursachen für das Problem des trockenen Auges. Dies erklärt, warum Millionen von Menschen davon betroffen sind:
- Altersbedingte Atrophie des Tränengewebes
Der Tränenfilm verringert sich mit dem Alter. Ungefähr 75% der Bevölkerung über 65 Jahre leiden am so genannten trockenen Auge. - Tragen von Kontaktlinsen
Das Tragen von Kontaktlinsen bindet Tränenflüssigkeit, was Beschwerden, Infektionen und/oder die Erhöhung von Ablagerungen auf der Kontaktlinse verursachen kann. Untersuchungen zeigen, dass das trockene Auge der Hauptgrund für Kontaktlinsenintoleranz ist. - Hormonale Veränderungen bei Frauen
Verschiedene hormonale Veränderungen verbunden mit Schwangerschaft, oralen Verhütungsmitteln oder Menopause können die Ursache für das Problem des trockenen Auges sein. - Umwelt
Menschen, die Rauch, Luftverschmutzung, windigen, kalten oder trockenen klimatischen Bedingungen ausgesetzt sind, gehören zur Risikogruppe, ebenso Bildschirmarbeit, klimatisierte Räume.
Therapiemöglichkeiten:
Neben der Applikation von künstlichen Tränen und natürlich einer immer erforderlichen Abklärung der Ursachen, kann eine Verhinderung des Tränenabflusses sinnvoll sein. Achtung: nicht bei tränenden Augen.
Tränenpünktchenverschluss (TP-Plug)
Die die Augenoberfläche benetzende Tränenflüssigkeit fließt über die Tränenkanälchen und den Tränensack in die Nase ab. Ein Verschließen der Tränenkanälchen verhindert den Abfluss der Tränenflüssigkeit. Der Tränen-pünktchenverschluss mit so genannten TP-Plugs kann mit einen Stöpsel in einem Ausguss verglichen werden. Gerade bei einer Mindermenge an Tränen kann so wirksam ein zu rasches Austrocknen der Augenoberfläche reduziert werden.
Wie werden die Stöpsel (TP-Plugs) implantiert?
Die TP-Plugs sind aus einem weichen, flexiblen Silikon hergestellt, ähnlich dem Kontaktlinsenmaterial. Sie werden unter dem Mikroskop mit einem Spezialinstrument in das Tränenpünktchen eingeführt (1.). Dabei klappt das Vorderteil erst wie ein Regenschirm zusammen (2.), spreizt sich dann im Kanälchen auf (3.) und verhindert so ein Wiederherausrutschen.
Die TP-Plugs gibt es in verschiedenen Größen – angepasst an die Weite des Tränenpünktchens.
Sind mit den Plugs die Beschwerden vorbei?
In vielen Fällen können die Beschwerden behoben werden. Manchmal sind weiterhin Tränenersatzmittel angezeigt – jedoch in deutlich größeren Intervallen.
Kosten der Implantation
Die Kosten für Untersuchung, beidseitiger Implantation einschließlich Material belaufen sich auf ca. 185,- Euro. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)




