Das Wort “Crosslinking” bedeutet Quervernetzung. (Dies ist vergleichbar mit einem Netz, das zusätzlich Verstrebungen erhält und dadurch stabiler wird.) Die Kombination von Riboflavin Augentropfen (Vitamin B2) und UV-Strahlen sorgt am Auge für eine Quervernetzung der Hornhautfasern, wodurch die Hornhautform stabiler wird und somit, nach heutigem Kenntnisstand, keine weitere Vorwölbung eintritt.
Das Crosslinking von Geweben ist in der Medizin keine neue Technologie, sondern wird in der Zahnmedizin, Orthopädie, HNO-Bereich und in der Herzchirurgie seit vielen Jahren angewandt. Im Rahmen von Studien wird es auch am Auge bereits seit mehr als 7 Jahren erfolgreich durchgeführt. Das Verfahren findet jetzt im klinischen Alltag Anwendung, ist jedoch kein speziell zugelassenes Verfahren.
Die Behandlung
Die Behandlung wird unter sterilen Bedingungen mit lokaler Betäubung durchgeführt und dauert insgesamt circa 60 Minuten. Zunächst wird ein Lidhalter eingesetzt um Ihr Auge während der Behandlung offen zu halten. Damit die Riboflavin Augentropfen in die Hornhaut gelangen können, wird im ersten Schritt die oberste Schicht der Hornhaut (Epithel) entfernt. Anschließend wird die Hornhaut 30 Minuten lang mit den Augentropfen durchtränkt, dann 30 Minuten lang mit UV-Licht bestrahlt und dabei weiter getropft. Damit das Epithel wieder verheilen kann, erhält der Patient am Ende der Behandlung eine Verbandskontaktlinse, die für circa 4 bis 5 Tage auf der Hornhaut verbleibt.
Ziel der Behandlung
Ziel der Crosslinking-Behandlung ist es, die Hornhaut zu stabilisieren und die fortschreitende Vorwölbung zu stoppen. Die Erkrankung kann also nicht geheilt werden, sonder der vorhandene Zustand wird „eingefroren“. Sollte später eine andere Operation durchgeführt werden müssen, ist dies jederzeit möglich.
Wir führen die Behandlung an der Potsdamer Augenklinik seit 2008 durch.




