Informationsabend

Unser nächster Informationsabend.

  • "Laser oder Linsen"
    Dienstag, 24.10.17 um 19 Uhr
    (mit kostenfreiem Kurzcheck)
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    Tel: 0331-6007711
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Katarakt-OP

Gemeinsam mit dem Patienten wählen wir die jeweils optimalen Verfahren aus. Bei der Operation der „Katarakt“, der getrübten Linse, wird diese gegen eine Kunstlinse (Intraokularlinse = IOL) ausgetauscht. Ziel ist meistens für Patient wie Operateur eine „Punktladung“, d. h. ein Ergebnis ohne Restrefraktion, d. h. später keine Fernbrille zu tragen. Die Strategien und Möglichkeiten sind je nach Art des Eingriffes unterschiedlich.

Voraussetzung ist eine gründliche Diagnostik, Untersuchung und Vermessung (siehe dort)

Die Katarakt-Operation wie der refraktive Linsentausch setzt sich in der Regel aus folgenden Teilschritten zusammen:

  • Anlegen der Schnitte ins Auge (für das spätere Einführen der Instrumente und die Implantation der IOL)
  • Eröffnen der Linse ("Kapsulorhexis")
  • Zerkleinern des Linseninhaltes mittels Laser oder Ultraschall ("Phacoemulsifikation") und Absaugung des Gewebes (nur die Kapsel verbleibt)
  • Implantation der Kunstlinse

Bei der bisherigen Standardmethode („Phaco“, Ultraschallzerkleinerung der Linse und Absaugung) werden alle Schritte vom Operateur manuell vorgenommen.


1. Aktuelle Behandlungmethoden


Phakoemulsifikation

Um die neue, klare Kunstlinse ins Auge einsetzen zu können muss zunächst die getrübte Linse aus dem Auge entfernt werden. Hierzu werden über kleine Schnitte am Hornhautrand Instrumente ins Auge eingeführt, dann erst die vordere Kapsel der Linse möglichst kreisrund eröffnet. Mittels Ultraschallenergie wird über ein kleines Röhrchen der Linsenkern zerkleinert bzw "emulsifiziert" und mit der Linsenrinde abgesaugt. Die Kapsel sollte bei diesem Vorgang erhalten bleiben, denn in den Kapselsack hinein soll dann die Kunstlinse implantiert werden.

CataPulse

Da durch die Anwendung von Ultraschall insbesondere die Hornhaut geschädigt werden kann wird seit Jahren an alternativen Verfahren zur Phakoemulsifikation gearbeitet. Beim Catapulse-verfahren wird der Linseninhalt durch hochfrequent gepulstes Vakuum entfernt. 

 

LASICAT - Femtolaserassistierte Katarakt-OP


Historie


Ausgehend von den Möglichkeiten des Femtosekundenlasers, bei dem bei der "Femto-Lasik" (s.dort) ein hochpräziser Flächenschnitt in der Hornhaut vorgenommen wird, konzipierten wir ein abgeleitetes Vorgehen für die Kataraktchirurgie: Schnitte in die Hornhaut zur Einführung der Instrumente und Implantation der IOL sowie zur Astigmatismuskorrektur, zur präzisen Eröffnung der Linse und zur Zerkleinerung des Inhaltes.

Das Konzept fand in der Industrie zunächst kein Interesse, die Zeit war noch nicht reif. Auch Patentanmeldung (2003) und Vorträge sowie Kongressfilme (2004) wurden quasi ignoriert. Wir nannten das Konzept "LASICAT- Lasers in Cataract Surgery " , und zwar 2004 auf der ASCRS in San Diego, dem Allergan-Symposium in Arizona, DOC in Nürnberg und ESCRS in Paris.

2010 war es dann soweit. Gleich vier Firmen zeigten ihre Entwicklungen auf dem Weltkongress in Berlin. In den Folgejahren beobachteten wir die einzelnen Gerätelösugen. 2014 entschieden wir uns für das Konzept von LensAR und führten in unserer Klinik damit das erste System in Berlin und Brandenburg in die Praxis ein.LensAR

Wie verläuft die Operation mit dem LensAR-Laser?

Vor der Laserbehandlung wird ein Kontaktglas auf das Auge des Patienten gesetzt. Über dieses sogenannte Patienteninterface erfolgt zunächst eine letzte Onlinediagnostik. Der Laser wird über der Linse des Auges zentriert und das Auge über ein 3D-Kamerasystem vermessen.

Danach erfolgt die Behandlungsplanung. Sekundenschnell erstellt das System einen Behandlungsvorschlag, der vom Operateur kontrolliert und ggf. modifiziert wird. Die eigentlichen Laserbehandlungsschritte folgen nacheinander:

    • Die kreisrunde Eröffnung der vorderen Linsenkapsel (Kapsulotomie)
    • Die Zerkleinerung der natürlichen Linse
    • Die Einschnitte in die Hornhaut (Incisionen)
    • Evtl. zusätzlich intrakorneale Schnitte zur Korrektur einer Hornhautverkrümmung

Potsdamer Augenklinik LASICAT in der Potsdamer Augenklinik

Welche Schritte führt der Operateur manuell durch?

Der Operateur plant und überwacht den gesamten Eingriff mit Hilfe des Kamerasystems des Lasers. Nach der Zerkleinerung der natürlichen Linse durch den Laser kommt der Patient in einem 2. Behandlungsschritt unter das Operationsmikroskop. Hier saugt der Operateur das Innere der zerkleinerten Linse mit einem speziellem Instrument und ggf. mit Ultraschallunterstützung vorsichtig ab, ähnlich dem bisherigen Standard. Bei der LASICAT-OP wird dafür deutlich weniger Ultraschallenergie benötigt als ohne Laser. Abhängig ist dies immer von der Härte der natürlichen Augenlinse. Zum Abschluss implantiert der Operateur die zuvor gefaltete Kunstlinse in den nun leeren Kapselsack und zentriert sie.

Warum ist die Linsenoperation mit dem Laser präziser?

Mit dem Femtosekundenlaser arbeiten wir seit vielen Jahren bei der Behandlung von Fehlsichtigkeiten, unter anderem bei der sogenannten Femto-Lasik (in mehr als 90% unserer Fälle). Ein Schnitt mit dem Femtosekundenlaser kann in jeder beliebigen Tiefe erzeugt werden, ohne das Auge operativ zu öffnen. Weil die OP also am intakten Auge ausgeführt wird, sind die Schnitte des Femtosekundenlasers unabhängig von äußeren Faktoren und daher reproduzierbar. Sie sind stabiler und exakter als manuell geführte Schnitte und ihr Design ist genau planbar. Aus diesem Grund ist auch die vom Laser erzeugte Öffnung der Linsenkapsel kreisrund mit klaren Schnittkanten, während die Schnittarchitektur bei manueller Schnittführung davon abweicht und auch von der Erfahrung des Operateurs abhängt.

Warum kann mit dem Laser ein besseres Sehergebnis erzielt werden?

Ein optimales Sehergebnis setzt eine exakte Positionierung der Linse voraus. Kleine Abweichungen können sich negativ auswirken. Die genaue Planbarkeit der Schnitte mit dem Laser ermöglicht die präzisere Platzierung der Linse, sodass in einem höheren Prozentsatz ein besseres Sehvermögen erzielt wird als bei herkömmlicher manueller Linsenoperation.

Warum ist die Laseroperation schonender?

Der LensAR-Laser zerkleinert unter anderem die natürliche Linse und erleichtert damit die Entfernung des Linsenkerns. Um die Teilchen abzusaugen, benötigt der Operateur nun deutlich weniger Ultraschallenergie als ohne den Lasereinsatz. Dies schont die Gewebestrukturen des Auges, vor allem das Endothel der Hornhautrückfläche. Außerdem werden während des Eingriffs andere Strukturen im Auge weniger belastet.

Warum ist die Laseroperation sicherer?

Da der LensAR-Laser viel präziser schneiden kann als jeder erfahrene Operateur gilt die Anwendung als insgesamt sicherer. Trotzdem sollte der Operateur auch beim Lasereinsatz über viel Erfahrung verfügen, um alle Operationsschritte exakt durchführen zu können. Die Erfahrungen aus den Operationen mit verschiedenen Femto-Katarakt-Lasern zeigen in der Fachliteratur deutlich weniger Komplikationen.

Wie geht die Entwicklung weiter?

Seit Herbst 2015 steht uns nun die Weiterentwicklung des LensAR zur Verfügung. Mit der personalisierten "Streamlinebehandlung " ist es nun möglich, bei härteren Linsenkernen automatisch mit mehr Laserenergie zu arbeiten bzw bei weicheren mit entsprechend weniger. Das macht das Verfahren noch schonender. Ebenso können wir nun Korrekturen der Hornhautverkrümmung halbautomatisch vornehmen. Dazu wird das Messergebnis einer speziellen Hornhauttopographie direkt an den Laser übertragen und bogenförmige Inzisionen in die Hornhaut gelegt.

Vorteile von LASICAT in der Potsdamer Augenklinik im Graefe Haus (im Überblick) :

  • Incisionen (Einschnitte in die Hornhaut),computergestützt und somit präziser
  • Korrektur bestehender Hornhautverkrümmungen
  • Hochpräzise computergesteuerte Öffnung der Linsenkapsel
  • Vereinfachte Entfernung der körpereigenen getrübten Linse
  • Weniger Phaco (Ultraschall-)-Energie schont das Hornhaut-Endothel
  • Weniger Zug an den Zonulafasern der Linse
  • Weniger Druckschwankungen bei der Operation, höhere Stabilität des Auges
  • Online-Diagnostik und –Überwachung der Behandlung über 3D-Kamera,computerkontrolliert
  • Genauere Platzierung der IOL als Basis für bessere Sehqualität
  • Wenn erforderlich Laserfeinkorrektur in der Klinik möglich (LASIK o. PRK)
  • Wenn notwendig Kombination mit PTK möglich
  • Durch innovatives Mitwirken unseres Hauses an der methodisch-technischen Weiterentwicklung, sind Diagnostik und Behandlung immer auf dem aktuellen Stand

Eigene Beiträge:

Für die Entwicklung von Operationstechniken in der Katarakt- und Linsenchirurgie konnten wir bereits einige innovative Beiträge auch für die Anwendung von Lasertechnik leisten:

    • Zunächst bereits das 1985 das Konzept der sogenannten „Laser-Phaco“. Dabei wird die Linse über eine ins Auge eingeführte Sonde direkt zerkleinert und abgesaugt (Patentanmeldung 1985 und 1997).
    • Bei der Anwendung des Femtosekundenlasers werden dagegen Hornhautschnitte sowie Öffnung und Zerkleinerung der Augenlinse über eine Kontaktoptik vorgenommen. Unser Konzept der Femtolaseranwendung entstand in den Jahren 2002-2003. Patentanmeldungen erfolgten von uns hierzu 2003, 2009, 2013 und 2014.

Kongressbeiträge:

Rasch, V.: "LASICAT-Lasers in Catarct Surgery", Videobeitrag zum Filmfestival der ASCRS, San Diego 2004

Rasch, V.: "LASICAT–Laser in der Katarakt-Chirurgie“, Videobeitrag auf der DOC, Nürnberg 2004

Rasch, V.: "LASICAT-Lasers in Cataract Surgery", First experience with the LaserSoft, Vortrag ESCRS, Paris 2004,

Rasch, V., Majewski, S.: "Limiting aspects in LASICAT surgery (Femto Phaco)", Postervortrag WOC (Weltkongress) Abu Dhabi 2012

Von den zahlreichen heute verwendeten Bezeichnungen für das gleiche Verfahren der femtolasergestützten Kataraktoperationen nutzen wir unseren 2004 propagierten Begriff „LASICAT-Lasers in Cataract Surgery“.

ZukunftspreisZukunftspreisAktuelles:

      Femto-Phaco + LASICAT wurde vorgeschlagen zur Nominierung des Brandenburger Zukunftspreises CAI 2013 in der Kategorie "Innovation"

Die Implantation

Ist der Linseninhalt zerkleinert und abgesaugt, die verbliebene Kapsel gereinigt und ein sog. Viskoelastikum in den Kapselsack und die vordere Augenkammer gefüllt folgt nunmehr die Implantation der Kunstlinse. Bei den heute in der Regel benutzten Faltlinsen wird die IOL in einer Kartusche gefaltet und je nach Linsentyp über eine Inzision von 2-2,8 mm implantiert und in der Kapsel zentriert. Zum Schluss wird das Viskoelastikum wieder abgesaugt.

IOL-Prinzipien


Neben den monofokalen Standard-IOL wurden verschiedene Sonderlinsen entwickelt, die optische Besonderheiten für bestimmte Zielstellungen aufweisen:

  • Multifokale und multizonale IOL (zum Sehen in verschiedenen Enfernungen)
  • Torische IOL (zur Korrektur einer höheren Hornhautverkrümmung)
  • LAL (Light Adjustable Lens) mit der Möglichkeit implantierte Linsen im Auge in der Brechkraft noch nachkorrigieren zu können
  • Filterlinsen: Einen UV-Schutz haben heute alle modernen Linsen im Material. Sog.Blaulichtfilterlinsen (sehen oft gelb aus) weisen darüber hinaus noch einen Schutz vor "blauem Licht" auf.
  • Optische Blenden: Vor allem bei Defekten der Iris oder Albinismus

Alle IOL bestehen aus einem optischen Teil, der für die Art des Sehens verantwortlich ist. Die sog. Haptik realisiert die Fixation im Auge. In der Entwicklung der Intraokularlinsen gab es eine Vielzahl von Designvarianten. Die Abstützung im Kapselsack erfolgte früher meistens an 2 Punkten bzw Zonen:
1994 konzipierten wir eine Abstützung mit 4 Zonen, die bis heute vielfach modifiziert wird:
- mit geschlossenen Haptiken
oder mit den von uns favorisierten
- offenen Haptiken, dem sog. "Turtle-Design" (siehe Katarakt/Forschung)

Monofokale IOL

Die Optik der Linse ist zu vergleichen mit einem Brillenglas mit einem Brennpunkt, also für ein Sehen in die Ferne oder zum Lesen (sphärische IOL). Eine Sonderform sind asphärische IOL. Diese berücksichtigen die ungleiche Brechkraft der Hornhaut vom Zentrum bis peripher, erlauben ein schärferes Sehen. Sie zählen zu den "Premiumlinsen ".

Multifokal-Linsen (MF-IOL, MIOL)


Mit Standard – Intraokularlinsen kann nur im Idealfall eine Brillenunabhängigkeit für die Ferne erreicht werden. Für die Nähe wird immer eine Lesebrille erforderlich sein. So genannte multifokale Intraokularlinsen unterschiedlichen Aufbaus hingegen, ergeben für den Patienten die Möglichkeit der Brillenfreiheit sowohl für die Ferne, als auch für die Nähe.

Multifokallinsen kommen dem natürlichen Sehen wie mit einem gesunden Auge am nächsten. Bei der Arbeit, beim Sport oder im Hobby, wo immer der Patient auf gutes Sehen in der Ferne und in der Nähe angewiesen ist, bieten diese Linsen eine gute Lösung, denn auf eine Brille kann meistens verzichtet werden. Jedoch müssen gewisse Kompromisse im Bereich der optischen Qualität und der Sehschärfe dennoch eingegangen werden.

Ziel der Operation bei multifokalen Linsen
Brillenunabhängigkeit für ein Sehen in Fern und Nah, individuell besonders erwünscht für Beruf, im Haushalt, in der Freizeit, u.a.
Bei solchen Multifokallinsen, die flächige Zonen für Ferne und Nah aufweisen, können bei sehr enger Pupille die Fern-Nahwirkung fehlen (z.B. bei sehr hellem Sonnenlicht). Bei mittelweiter Pupille (der Regelfall) soll ein Sehen in der Ferne und im mittleren Nahbereich ohne Brille möglich sein. Bei weiter Pupille kann es (z.B. im Dunkeln) zu „Lichthöfen“ oder anderen Erscheinungen um Lichter oder Gegenständen kommen. Die meisten Patienten tolerieren das jedoch nach wenigen Monaten. Beispielsweise Berufskraftfahrer sollten aber deshalb von einer Multifokallinse Abstand nehmen. Eventuell ist auch das Kontrastsehen herabgesetzt. Für das Lesen mit multifokalen Linsen von sehr kleiner Schrift ist oft eine Nahbrille dennoch erforderlich.

Dies wird möglich durch Verschiedene optische Prinzipien.
multifokal-iolmultifokal-iol
Wie sicher ist es, dass der Patient mit einer Multifokallinse nach der OP keine Brille mehr braucht?



Häufig gestellte Fragen

Bei einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) entsteht im Auge kein Brennpunkt sondern sog. Brennlinien in senkrecht zueinander stehenden Achsen. Das jugendliche, gesunde Auge oder ein Auge mit monofokalen IOL kann dies in gewissem Maße tolerieren. Bei multifokalen IOL ist dies schwieriger. Besteht nach der OP ein Astigmatismus über 0,75 dpt kann es Sehstörungen geben, die ggf. nachkorrigiert werden können. Dies ist aber individuell sehr unterschiedlich. Manchmal entsteht bei einem Astigmatismus auch ein Schattensehen z.B. an Buchstaben. Mit LASICAT II kann bereits während der Operation eine Hornhautverkrümmung reduziert werden.
Eine verbleibende „Restrefraktion“, d. h. der Brillenwert für die Ferne, kann mittels Laserbehandlung der Hornhaut reduziert werden. Dies trifft auch für den Astigmatismus zu. Die Zusatzkosten sind abhängig vom gewählten Laserverfahren.
Auch mit mutifokalen IOL kann eine Sehschärfe (Visus) von 100% (oder besser) ohne Brille erzielt werden. Es sind aber die Brennpunkte in den verschiedenen Ziel-Entfernungen nicht so scharf wie bei einem gesunden Auge. Damit ist das Bild auf der Netzhaut eventuell etwas unschärfer. Dies macht sich auch in den Zwischendistanzen bemerkbar.

Weitere Einschränkungen

Da das Licht aus fern und nah aufgeteilt wird, kommt aus jeder Entfernung weniger Licht ins Auge. Damit ist das gesehene Bild etwas dunkler. Das Kontrastsehen ist reduziert. Man braucht so ggf. etwas mehr Beleuchtung (z.B. beim Lesen) als bei einfachen, monofokalen IOL oder früher in der Jugend. Graustufen bei bestimmten Texten werden unter Umständen schlechter erkannt. Auch beim Autofahren in der Dämmerung kann eine Kontrastminderung stören.
Bei multifokalen IOL kann auch an den Kanten bzw. Übergängen Streulicht oder Blendempfindungen entstehen. Dies kann in der Nacht dazu führen, daß um Lichter Lichthöfe, sog. Halos gesehen werden. Menschen, die viel nachts Auto fahren, sollten deshalb keine MF IOL erhalten.
Es gibt bei höheren Brillenstärken auch eine Bildgrößenveränderung durch die OP. Insbesondere bei Austausch einer klaren Linse (CLE) fällt das auf, da hier Erwartungshaltung höher ist als bei fortgeschrittener Katarakt.- Bei Hyperopie postoperativ: Bildverkleinerung, - Bei Myopie postoperativ: Bildvergrößerung. Bei beiden Fehlsichtigkeiten gilt: Je höher die Dioptrien, desto größer der Effekt, d.h. auch: bei Korrektur einer hohen Hyperopie kann es eine Sehschärfeminderung schon durch das kleineres Bild geben. (Der Effekt wurde vorgeführt.)
Die IOL werden meist in die natürliche, von den Linsentrübungen befreite Kapsel eingesetzt. Reißt diese während der OP ein, kann u. U. nicht die geplante Multifokal-IOL implantiert werden. Es könnte später ein anderes Modell sinnvoll sein.
Manchmal schon vorhandene oder später entstehende Kapseltrübungen („Kapselfibrosen“) können das Sehen bei Multifokallinsen mehr beeinträchtigen als bei Standard-IOL. Deshalb sollte in den ersten Monaten geprüft werden, ob eine optische Lücke mittels YAG-Laser sinnvoll ist. Diese Behandlung erfolgt im Sitzen, ist übrigens eine Kassenleistung.

Sowohl zur Beurteilung des Heilverlaufes als auch zur Überprüfung der Mess- und Implantatgenauigkeit und damit auch zur Qualitätssicherung müssen die vorgesehenen Nachkontrollen vom Patienten unbedingt wahrgenommen werden. Bei nicht vorhersehbaren Komplikationen am ersten Auge ändert sich die Planung für das zweite Auge. Nach einseitiger Operation kann es einen Seitenunterschied auch in der Helligkeit und beim Farbensehen geben. In seltenen Fällen kann sogar eine Explantation gewünscht werden mit dem Tausch gegen eine monofokale IOL.

Wir müssen wissen, dass es wie auf anderen Gebieten Messungenauigkeiten bzw. Toleranzen gibt. Dies betrifft bei der Linsenoperation zum einen die Diagnostik (trotz mehrfachen Messungen an verschiedenen Geräten), die Genauigkeit der Implantate (diese sind in der Regel in 0,5 Dioptrien abgestuft), aber auch die spätere Lage der Intraokularlinse im Auge. Meistens streben wir für das führende Auge eine Refraktion von +/- 0 dpt für die Ferne an. Das andere Auge kann ggf. etwas in Minus geplant werden (Monvision oder Micro-Monovision).

Trotz aller Messungen und Berechnungen vor der Operation kann es Abweichungen zur Zielrefraktion geben. Dies ist vor allem abhängig von dem Abstand zwischen der eingesetzten neuen Linse und der Hornhaut (sog. Vorderkammertiefe). Die Vorderkammer ist nach der Operation erfahrungsgemäß tiefer als vor der Operation. Die Vorderkammertiefe kann aber nicht exakt geschätzt oder berechnet werden. Dadurch kann es nach der Operation im Einzelfall dazu kommen, daß für die Ferne eine Zusatzkorrektion durch eine Brille erforderlich wird. Dies ist ein mögliches und nicht vorhersehbares, individuelles Problem des Auges eines Patienten, welches bei allen Intraokularlinsen auftreten kann und nicht in der Verantwortlichkeit des Operateurs liegt.
Eine Rolle kann im Heilverlauf die Öffnungsgröße und -form der sogenannten Kapsulorhexis spielen. Deshalb empfehlen wir für alle Linsen-Operationen die Anwendung des Femtosekundenlasers (LASICAT) für eine exakte Rhexis, aber natürlich auch als schonendere OP. Multifokale, multizonale und torische Intraokularlinsen werden bei uns nur noch in Verbindung mit LASICAT implantiert.

Kontraindikationen bei der Entscheidung zu Multifokalen Intraokularlinsen

Multifokale IOL werden mit hoher Präzision hergestellt. Optische Fehler in der IOL-Optik würden sich bei diesen Linsen hier eher bemerkbar machen als bei Standard-IOL. Das gleiche gilt für Einschränkungen in der Optik des Auges. Deshalb implantieren wir z.B. keine multifokale IOL bei
- Hornhautnarben oder
- Veränderungen des Hornhautendothels (Cornea guttata)
Ebenso sollten keine Makulaveränderungen vorliegen. Auch das Fahren bei Nacht ist oft problematisch mit multifokalen IOL.

 „Multizonale“ Intraokularlinsen
Zu dieser Gruppe von Implantaten zählen wir solche IOL, die keinen eindeutigen Fern- und Nahpunkt haben wie multifokale (bifokale oder trifokale) Linsen. Sie ermöglichen aber im Gegensatz zu monofokalen IOL ein Sehen von Fern bis in einen „mittleren“ Nahbereich also „multizonal“. Sie weisen einen guten Intermediärvisus auf, sind aber in 30- 40 cm Leseabstand den multifokalen Linsen meist unterlegen. Es gibt auch hier verschiedene optische Prinzipien. Die optischen „Nebenwirkungen“ bzw. Begleiterscheinungen wie bei multifokalen IOL sind bei den multizonalen IOL meist geringer.

Torische IOL

torische-iol
Liegt zusätzlich zur Trübung der Augenlinse eine stärkere Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) vor, gelangen Torische Linsen zum Einsatz. Sie reduzieren den Gesamtastigmatismus des Auges und damit das meist angeborene verzerrte Sehen. Gemeinsam mit der Industrie entwickelten wir die erste „personalisierte“ Torische IOL weltweit. Im August 2005 wurde in unserer Klinik mit der Implantation dieser Linsen begonnen.

LAL - Light Adjustable Lens


Warum?

Das Ziel der Katarakt-OP ist in der Regel ein Sehen ohne Brille nach der OP, also die Erreichung eines Restbrillenwertes unter +/- 0,5 Dioptrien. Ursachen sind trotz aufwendiger präoperativer Diagnostik, verbesserten OP-Techniken sowie Präzision in der IOL-Herstellung vor allem in der postoperativen Vorderkammertiefe, dem Abstand der eingesetzten neuen Linse von der Hornhaut zu sehen. Dieser ist trotz tausendfacher Beobachtungen im Einzelfall nicht sicher vorherzusagen.

Eine revolutionäre Weiterentwicklung löst nunmehr dieses Problem: Die Calhoun Light Adjustable Lens (durch Licht anpassbare Linse) kann durch genau dosierte UV-Bestrahlung noch nach der Implantation „feinjustiert“ werden. Dieses Prinzip der postoperativen Korrektur einer Intraokularlinse wurde von Prof. Robert Grubbs entwickelt, einem der Chemie-Nobelpreisträger des Jahres 2005!

Wir implantieren diese IOL seit Juni 2008.

Seit 2011 implantieren wir diese IOL in Verbindung mit zusätzlichen Schutzblenden im Auge, um Streulicht bei der UV-Bestrahlung zu redzieren. Hierzu ist von uns eine Patentanmeldung erfolgt.

LAL - Sonderimplantation

Neben den Intraokularlinsen (zur optischen Korrektion) gibt es verschiedene Implantate mit Sonderaufgaben, z.B.

  • Kapselspannringe,
  • Kapselspannringe mit Kolobomblenden,
  • Kapselspannringe mit Irisblenden,
  • Ringblenden,
  • u.a.

Mehr über die von uns entwickelten Sonderimplantate erfahren Sie unter "Katarakt/Forschung".

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Kontakt

Potsdamer Augenklinik
im Graefe-Haus GmbH
Hans-Thoma-Str. 11
14467 Potsdam
Tel: 0331-6007711
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Über uns

In den letzten 20 Jahren ist es uns gelungen, ein modernes Zentrum für Augenheilkunde aufzubauen.

Als Teil der Potsdamer Augenklinik im Graefe-Haus bietet Ihnen das Augen-Laser-Zentrum Behandlungen nach neuester Methodik und höchstem Entwicklungsstand.  Im Albrecht-von-Graefe-Haus ermöglichen wir Ihnen eine umfassende Betreuung und Behandlung von der Basisdiagnostik bis hin zum hochspezialisierten operativen Eingriff.

Unsere Patienten dürfen sicher sein, dass sie eine optimale Diagnostik und die bestmögliche Versorgung für ihre Augen erhalten werden.

 

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